Shimizu gilt Kreuzfahrern als idealer Ausgangspunkt für einen Ausflug zum Fuji, dem heiligen Berg Japans, der majestätisch und mythisch seine Umgebung beherrscht. Durch seine Höhe von 3.776 Metern und die sozusagen perfekte Kegelform ist dieser aktive Vulkan eines der beliebtesten Fotomotive weltweit. Und stand auch bei uns ganz ober auf der Liste der "must have". Dass wir bei unserem Ausflug dann solch einen Glücksgriff tun würden, damit hatten wir allerdings nicht gerechnet. Angefangen beim traumhaften Wetter, der Auswahl unseres Tourguides und Fahrers, den Mitreisenden unserer kleinen Gruppe (Anja, Manuela, Dieter und Uwe) bis zum Timing an den geplanten Fotostopps war der Tag nicht nur annähernd, sondern absolut perfekt. Doch der Reihe nach. Los ging es direkt vom Schiff mit einem komfortablen Van durch die an den Schwarzwald erinnernden Täler Richtung Lake Tanaki.
Am See angekommen, waren wir neben zwei einsamen japanischen Anglern die einzigen Besucher. Und konnten unsere Begeisterung über diesen unerwarteten Umstand, Berg, See, Natur ganz für uns zu haben, in aller Ruhe Fotos machen und schlicht den phantastischen Blick genießen zu können, kaum Einhalt gebieten.
Wir können uns vom Anblick des Vulkanriesen kaum losreißen, doch es gibt noch mehr zu sehen und zu erleben. Auf geht es zu unserer nächsten Station, dem Shiraito-Wasserfall, auf japanisch 白糸の滝.
Hier tritt das Schmelzwasser, dem der Fuji auch seine charakteristische Oberflächenstruktur verdankt, nach 10 bis 15 Jahren wieder an die Oberfläche, um gleich darauf erneut in die Tiefe zu stürzen. Sollte die Klimaerwärmung, wie schon zu bemerken ist, den Schnee endgültig vom Gipfel des heiligen Berges vertrieben haben, werden die Nebel des Shiraito-Wasserfall noch über ein Jahrzehnt im Zusammenspiel mit der Sonne die herrlichsten Regenbogen in die Felsschlucht zaubern.
Nächste Etappe unserer Tour ist das Mt. Fuji World Heritage Centre, Shizuoka (富士山世界遺産センター) in Fujinomiya, ein modernes Museum, das 2017 eröffnet wurde, um die Kultur und Natur des Fujisan zu vermitteln.
Es zeigt den Berg als Weltkulturerbe (seit 2013) mit Fokus auf Geschichte, Kunst und Geologie, berühmt für seine spiegelbildliche Kegelstruktur. Entworfen von Shigeru Ban, verfügt das Gebäude über einen spiralförmigen Weg, der den Aufstieg auf den Berg simuliert, sowie ein umgekehrtes, mit Wasser gefülltes Kegeldach, das den "spiegelbildlichen" Fuji reflektiert. Die interaktive Ausstellung gehört zu einer der besten didaktischen und inhaltlichen Präsentationen, die ich je gesehen habe.
Und die öffentlichen Toiletten des zugehörigen Parkplatzes zu den saubersten EVER!
Warum Dieter auf der Aussichtsplattform plötzlich flach auf dem Boden lag, der außer eines blanken beigen Belags nichts auffälliges zu bieten schien, erschloß sich uns erst nach Ansicht seiner dabei gemachten Bilder.
Weiter ging es zu einem nahe gelegenen Shrine, einer unerwartete Oase der Ruhe und Besinnlichkeit. Nicht nur Gläubige können an solch einem Ort zu innerer Einkehr finden.
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