· 

La Reunion

Für die grüne Perle im blauen Meer hatten wir wieder einmal einen privaten Guide gebucht. Der uns in einem komfortablen Van zu siebt über die Insel zu den interessantesten Zielen fahren sollte. Leider konnte Sun krankheitsbedingt nicht mitfahren, also machten wir uns zu sechst auf den Weg. Unser Fahrer und Guide sprach fliessend Deutsch mit leicht französischem Akzent. Was die nur so aus ihm heraus sprudelnden Informationen zu einem leicht verdaulichen Vergnügen machten. 

Über die in den Ozean gebaute, 2 Milliarden Euro teure Autobahn ging es dann flott, da sonntags kein Berufsverkehr, zu unserem ersten Ziel, einer genossenschaftlichen Vanilleplantage. Selbstverständlich mit angeschlossenem Shop. Das selbst hergestellte Vanilleeis und der Vanillekaffee waren aber tatsächlich ein Geschmackserlebnis. Und die Informationen über den zweijährigen Produktionsprozess manuell hergestellter Vanille sehr interessant.

Als nächstes ging es in die Berge. Routiniert, und dabei weiterhin ein Quell an Informationen, lenkte unser Chaufeur den Van durch gefühlte hundert Kurven. Über 400 sind es auf der längsten der sich durch den Urwald windenden Strassen, teilte er uns auf Nachfrage mit. Die bei über die Insel ziehenden Zyklonen unpassierbar werden. La Reunion hält zwei Weltrekorde in der Niederschlagsmenge:
Höchste 24-Stunden-Summe: 1.825 mm im März 1952.
Höchste 12-Stunden-Summe: 1.144 mm in Foc-Foc 1966.
Zum Vergleich: Bei der Hochwasser Katastrophe im Ahrtal im Juli 2021 fielen binnen 24 Stunden teils 100 mm bis über 150 mm, lokal sogar bis 200 mm Regen. Diese "extremen" Niederschlagsmengen, verursacht durch das Tief "Bernd", entsprachen mancherorts dem Doppelten der durchschnittlichen Monatsmenge für den Juli und führten zu verheerenden Sturzfluten.
Solche "Jahrhundertereignisse" passieren auf La Reunion mehrmals im Jahr.
 

Unser Ziel ist Hell-Bourg im "Cirque de Salazie" - der geographische Hauptname des Talkessels.

"Commune de Salazie": ist die administrative Gemeinde, die den Talkessel umfasst.

"Königreich der Wasserfälle": Bezieht sich auf die hohe Niederschlagsmenge und Vegetation.

"Hell-Bourg": Das berühmte Dorf im Talkessel, das oft synonym für den Tourismus in der Gegend steht. Es entstand als Sommerfrische der Reichen der Insel, die so der schwülen Hitze der Küstenebenen enflohen und ist heute UNESCO Kulturerbe und steht in Gänze unter Denkmalschutz.

 Salazie liegt im nordöstlichen Teil des erloschenen Vulkans "Piton des Neiges" und ist für seine dichte Vegetation und den berühmten Wasserfall "Voile de la Mariée" bekannt.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0