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San Diego

Ein frischer, nebliger Tag samt vorwitziger Lachmöve empfängt uns in San Diego, dem größten Navy-Hafen der Westküste. Neben der ausgemusterten Midway, heute Museum und eines unserer Ausflugsziele, liegen hier noch zwei weitere Träger an der Pier. Einer mit getarnten Decksaufbauten.

Nicht zum Lachen ist das Tempo der örtlichen Behörden bei der Identitätsüberprüfung. Was in Boston wie am Schnürchen lief, entwickelt sich hier zu einer Stunden und Nerven zehrenden Angelegenheit...

Gegen Mittag dann endlich von Bord geht es gleich rüber zur Midway. 

Nach dem Hangar die Offiziersquartiere

Weiter mit dem Alltäglichen wie schlafen, essen, Wäsche waschen... alles auf allerengstem Raum, der Platz war Flugzeugen, Munition und Treibstoff vorbehalten. 

Bei Kampfeinsätzen mussten über 4.400 Mann Besatzung verpflegt, geduscht, untergebracht und medizinisch versorgt werden. Und jeder einzelne an Bord kannte die Fluchtrouten und Feuerwehrausrüstungen auswendig, waren Feuer doch die größte Gefahr, abgesehen von Feindeinwirkung. Auf den ersten Blick absurd, war man doch überall von unbrennbarem Stahl umgeben. Doch in allen verfügbaren Hohlräumen wurde Munition und vor allem bis zu 14 Millionen Liter Diesel und hochexplosives Flugbenzin gebunkert. 

Froh, dem stählernen Schiffsbauch entronnen zu sein, ging es hinauf auf das Flugdeck. Nicht mit dem Flugzeugaufzug, auf dem ein ganzes Café Platz hat, sondern über nachträglich eingebaute Personenaufzüge. Solchen Komfort gab es zu Einsatzzeiten nicht.

Das völlig unerwartete Highlight des Tages bereitete uns allerdings Mo, der Rikschafahrer, der nach eigener Aussage als erster und bester seiner Art seit siebzehn Jahren Touristen durch die angesagten Stadtviertel befördert. Nach kurzen Preisverhandlungen waren wir gewillt, seine Angaben zu überprüfen. Und wurden nicht enttäuscht, im Gegenteil. In rasanter Fahrt, Ampeln und Fahrspuren großzügig interpretierend, und unter unablässigem Redefluß ging es durch Chinatown und das Gaslampen-Quartier. Dabei führte er uns nicht nur zu einer Auswahl besonders lohnender Restaurationen jeglicher Geschmacksrichtung und Preislage, sondern auch zu historischen Orten wie dem ehemaligen Gefängnis des Quartiers, wo auffällige Matrosen und leichte Damen einen eher unfreiwilligen Aufenthalt genießen durften. 

Selbstverständlich Teil des Mo'schen Portfolios: Das Denkmal zum Ende des Zweiten Weltkriegs, das den wohl berühmtesten spontanen Kuss der Zeitgeschichte in Szene setzt.

Zuletzt setzte Mo uns dann bei einem mexikanischen Lokal unserer Wahl ab, wo wir ein ausgezeichnetes Essen mit leckeren 'Ritas genossen. Beschwingt ging es dann zu Fuss zurück zum Schiff, vorbei an weihnachtlich beleuchteten historischen Bauten San Diegos. Flugzeugträger inklusive. Das können die Amerikaner, Kitsch so monumental in Szene setzen, dass es schon wieder schön ist.

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