· 

Das Flauschige muss ins Eckige

Ich packe meinen Koffer für eine Schiffsreise um die Welt und tue hinein… eine großzügige Ladung Neugier, eine Prise Seemannsgarn, und eine Packliste, die länger ist als der Horizont. Eine Lupe, falls das WLAN-Wischtuch wieder nur im Kabinenmodus funktioniert, dazu Kopfhörer gegen zu viel Möwengeschrei. Einen Reisepass mit Extra-Seiten für neue Geschichten, eine handliche Kompass-Playlist, und eine faltbare Hängematte für den ruhigen KO-Tauchgang auf dem Deck .......

ODER 

Soviel Anziehsachen - flauschig warme, luftig leichte, schick und casual, das Schuhwerk abgestimmt auf jeden Fall - dass ein Tisch, an dem sonst zwölfe speisen, es kaum fassen kann.

Wie war noch mal das selbstgesteckte Ziel? Zwei Koffer pro Person, das schien mal viel.

 

Ob es hilft, die Perspektive zu wechseln, den Standpunkt zu verändern, seine Sichtweise anzupassen?

Oh weh und ach, welch Ungemach! Da kommt noch was dazu: Pillen und Pülverchen, Cremes mit Kollagen, große Flaschen, kleine Tuben, kaum zu überschaun. Wie schön war das in Jugendzeiten, ein Rucksack reichte, was ist seitdem passiert? Sei's drum, gut zu wissen, wo im Freundeskreis noch große Koffer stehn. 

Mit der in langen Jahren

eingeübten Fertigkeit

steht am Ende das Gepäck

zur Abholung doch bereit.

Nicht zwei, nicht drei

hoch lebe die geteilte Zahl

Fünf für zwei

lautet unsere Wahl.

Auch Tina hat schon zwei gefüllt, geschlossen, etikettiert. Ein dritter harrt der letzten Dinge, die sich immer finden. Und wenn wider Erwarten doch noch eine Lücke bleibt? Ein weiteres Paar Sandalen steht bereit, die Reise anzutreten. Nur Paul mault rum an seiner Wand, wie immer muss er bleiben.

Vier Tage noch, dann sind wir unterwegs.

Zuerst nach Hamburg, wo der Dampfer ablegt. Schon mal etwas Seeluft schnuppern und die Welt im Miniatur Wunderland in klein bestaunen. Abends auf der Reeperbahn das Lotterleben einstudieren. Ab dann wird nur noch selbst gekocht, wenn wir für den Kurs extra bezahlen, selbst geputzt nur Nase und Zähne. 

Die Welt und die Menschen in ihrer Vielfalt, Buntheit, Heiterkeit erkundet.

Damit wir hinterher sagen können

"Ich packe nach einer langen Reise um die Welt meinen Koffer aus und nehme heraus … stille Gedankenschätze, den Duft von Salz in der Luft, ein Lächeln aus fremden Ländern und Geschichten, deren Seiten vom Wind getragen werden. Kleine Dinge, die Heimat in den Rändern der Erinnerung halten, und Bilder, die weiterreisen, auch wenn der Koffer leer ist.."

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Gabi (Mittwoch, 05 November 2025 06:52)

    Wunderbar geschrieben:-) Gute Reise und liebe Grüße von Gabi ;-)